3D-Druck & CAD-Service
WAS IST ADDITIVE FERTIGUNG?
Bauteile entstehen Schicht für Schicht — direkt aus der CAD-Datei
Additive Fertigung bezeichnet alle Verfahren, bei denen ein Bauteil schichtweise aus einer digitalen Geometrie aufgebaut wird — im Gegensatz zur subtraktiven Fertigung, bei der Material entfernt wird. Definiert ist sie seit 2015 international über ISO/ASTM 52900.
Der methodische Wert liegt nicht im Druck selbst, sondern in der Geometriefreiheit, die er erschließt: Hinterschnitte, innere Kanäle, periodische Gitter, funktionsgradierte Strukturen — alles, was klassische Verfahren ausschließen — wird zugänglich. Damit wird additive Fertigung zum natürlichen Partner bionischer Konstruktion.
Daraus folgt eine eigene Konstruktionsdisziplin: Design for Additive Manufacturing (DfAM). Sie unterscheidet sich von klassischem CAD so grundlegend wie Holzbau von Stahlbau — gleiches Werkzeug, andere Logik.
„Additive Fertigung ist nicht das schnellere Spritzgießen. Sie ist eine andere Art, über Bauteile zu denken.“
AUF EINEN BLICK
DEFINITION
ISO/ASTM 52900
seit 2015 · einheitliche Terminologie
ERSTES VERFAHREN
SLA · 1986
Chuck Hull, US 4575330 A
VERFAHRENSKLASSEN
7 nach ISO 52900
FDM, SLA, SLS, MJF, SLM, BJT, …
SCHLÜSSELDISZIPLIN
DfAM
Design for Additive Manufacturing
GRUNDPRINZIPIEN
Vier Leitsätze für additives Denken.
DfAM ist mehr als „druckbar konstruieren“. Diese vier Prinzipien sind die Grammatik, in der additive Geometrie funktioniert.
Geometrie ist frei
Komplexität kostet additiv nichts. Hinterschnitte, interne Kanäle und Gitter sind zugänglich, wo klassische Verfahren ausschließen.
Funktion integriert
Mehrere Baugruppen, gemeinsame Funktion, ein Druck. Montageschritte verschwinden — Toleranzen mit ihnen.
Material differenziert
Im Bauteil können Steifigkeit, Dichte und Porosität ortsabhängig variieren. Funktionsgradient statt Materialwechsel.
Digital Thread
Vom CAD-Modell zum fertigen Teil ohne Werkzeug. Geometrie ist Code — Varianten sind eine Datei, kein Projekt.
WIE FUNKTIONIERT DIE METHODE?
Die Verfahrensklassen nach ISO/ASTM 52900
Die Norm gliedert additive Fertigung in sieben Verfahrensklassen — jede mit eigenem physikalischen Prinzip, eigenen Materialien und eigenem Einsatzgebiet.
Vat Photo
SLA · DLP — flüssiges Harz wird per Licht gehärtet. Höchste Detailtreue.
Material Extrusion
FDM — Thermoplast-Strang wird abgelegt. Robust, günstig, vielseitig.
Powder Bed Fusion
SLS · MJF · SLM — Pulver wird selektiv geschmolzen. Funktionsteile, Metall.
Material Jetting
Tropfenweise Aufbau aus Photopolymeren. Mehrere Materialien gleichzeitig.
Binder Jetting
Pulver wird durch Binder lokal verklebt. Skalierbar, kostengünstig im Großen.
BEISPIELE AUS DER PRaxis
Wo additive Fertigung Bionik möglich macht.
Drei Anwendungen, in denen ohne 3D-Druck die bionische Lösung schlicht nicht herstellbar wäre — und die ohne Bionik kein 3D-Druck rechtfertigen würde.

Bionisch optimierte Strukturhalter
Klassische Frästeile durch topologie-optimierte Druckteile ersetzt — bis zu 45 % leichter bei gleicher Last. Geometrie nur additiv herstellbar.
Verfahren · SLM (Metall) · seit ~2014

Patientenspezifische Implantate
Auf CT-Daten basierende Knochengeometrien mit innerer Trabekelstruktur — biokompatibel, osseointegrativ und ohne Werkzeugkosten patientenspezifisch.
Verfahren · SLM · SLS · klinischer Standard

Gyroid-Wärmetauscher
TPMS-Gitterstruktur mit maximaler Wärmeübertragungsfläche auf minimalem Volumen — eine Geometrie, die klassische Fertigung nicht produzieren kann.
Verfahren · SLM · BJT · seit ~2018
STANDARDS & WEITERFÜHRENDE QUELLEN
Auf welcher Grundlage wir arbeiten.
NORM
ISO/ASTM 52900 (2015 / 2021)
Additive Fertigung — Grundlagen, Terminologie und Klassifikation.
RICHTLINIE
VDI 3405 (mehrere Blätter)
Additive Fertigungsverfahren — Verfahrensbeschreibungen und Qualität.
PATENT
US 4575330 A (1986)
Chuck Hull — „Apparatus for production of three-dimensional objects“ (SLA).
NORM
ISO/ASTM 52910 / 52911
Konstruktionsrichtlinien — DfAM für Polymere und Metalle.
BUCH
Gibson, Rosen, Stucker: Additive Manufacturing Technologies
Springer, 3. Auflage. Standardwerk zu Verfahren und Anwendungen.
FORSCHUNG
Maskery et al. (2018)
Mechanische Eigenschaften gedruckter TPMS-Gitterstrukturen, Acta Materialia.
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